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Saturday, October 9, 2010

allzeit bereit

Den folgenden Slogan eines Frauen(!)magazins mögen sich alle, sowohl Emanzipationskämpfer als auch deren Gegner sowie alle dazugehörigen -Innen, auf der Zunge zergehen lassen:

fem.
frauen können immer
[1]

-- Birgit

[1] http://www.fem.com/index.html

Monday, March 8, 2010

Weltfrauentag / Frauen in der Informatik

Eigentlich hätte ich mir zum Weltfrauentag ja die Abschaffung des Weltfrauentags gewünscht. Aber nachdem es inzwischen auch den Männertag, den Hermaphroditen-Tag, den Transgender-Tag und sogar den Gender Awareness Tag gibt, kann ich wohl kaum meckern.

Also muss ich stattdessen meine übliche Predigt ablassen über die angebliche Benachteiligung von Frauen in der Informatik. Meine Zahlen sind ein paar Jahre alt und gerundet, aber viel dürfte sich nicht geändert haben.

Machen wir ein Schätzspiel:

Wie hoch ist der Frauenanteil unter den ProgrammiererInnen in der Industrie?
Etwa 10% bis 15%.

Wie hoch ist der Frauenanteil beim Lehrpersonal für Informatik (an der TU Graz)?
Etwa 10% bis 15%.

Wie hoch ist der Frauenanteil unter den TutorInnen und StudienassistentInnen für Informatik (an der TU Graz)?
Etwa 10% bis 15%.

Wie hoch ist der Frauenanteil bei den Informatik-Doktoratsstudienabschlüssen (an der TU Graz)?
Etwa 10% bis 15%.

Wie hoch ist der Frauenanteil bei den Informatik-Diplom- bzw. Master-Studienabschlüssen (an der TU Graz)?
Etwa 10% bis 15%.

Wie hoch ist der Frauenanteil bei den Informatik-StudentInnen (an der TU Graz)?
Etwa 10% bis 15%.

Wie hoch ist der Frauenanteil bei den Informatik-StudienanfängerInnen (an der TU Graz)?
Etwa 10% bis 15%.

Ich sehe einfach nicht, wo auf diesem Weg angeblich Diskriminierung stattfinden soll. Der einzige Punkt, an dem tatsächlich Diskriminierung passiert, ist da, wo nur 15% der StudienanfängerInnen weiblich sind -- aber das ist nun wohl wirklich deren freie Entscheidung.

Die vielleicht beeinflusst wird durch die gebetsmühlenartige Wiederholung der Behauptung, Frauen würden in der Informatik diskriminiert werden.

lG Birgit

Monday, March 1, 2010

Million Euro Question

Identify the following two places:

A)

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B)

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kR Birgit

Monday, February 22, 2010

Wer nichts macht, macht auch nichts falsch...

Zitat von einer Homepage über Kindesvernachlässigung: "Kindesvernachlässigung wird zumeist von Müttern verübt. Dies liegt in der Rollenverteilung begründet (...)". Sinngemäß geht's dann weiter in Richtung: Weil Männer sich normalerweise sowieso nicht um die Kinder kümmern, können sie sie auch nicht vernachlässigen.

Hm. Interessantes Argument. Klingt ein bissl wie "Max macht viel mehr Fehler in den Mathehausübungen als Moritz, da Moritz die Hausübungen meistens gar nicht macht.".

lG Birgit
... der übrigens keine besseren Vergleiche einfallen, obwohl's eigentlich jede Menge davon geben müsste.

Monday, January 18, 2010

Und wie hoch ist Ihr Cholesterin?

Meine Datenschützerseele kocht. Über den "Gesundheitsfragebogen" einer großen österreichischen Versicherung. Größe und Gewicht gehören da noch zu den harmlosesten Fragen. Es geht damit weiter, dass man sämtliche aktuellen und früheren Krankheiten angeben muss, inklusive psychischer Erkrankungen, weiters durchschnittlichen Alkohol-, Nikotin- und Drogenkonsum, und Erkrankungen bei den Eltern und Geschwistern.

Die wahre Frechheit beginnt dann aber beim Kleingedruckten: "Die zu versichernden Personen stimmen ausdrücklich zu, dass der Versicherer (...) bei Dritten (Ärzten, Krankenanstalten, sonstigen Einrichtungen der Krankenversorgung oder Gesundheitsvorsorge, Sozialversicherungsträgern, Versicherungsunternehmen, sonstigen Versicherungseinrichtungen, Behörden usw.) alle für erforderlich erachteten Erkundigungen einzieht; sie entbinden die Befragten im Voraus für jeden Fall von der ärztlichen und sonstigen beruflichen Schweigepflicht."

Ja, ich gebe zu, ich bin ein musterhafter Versicherungsnehmer: Jung, keine schweren Krankheiten, keine Risikosportarten, kein Alkohol, kein Nikotin, in meinem ganzen bisherigen Leben keinen einzigen Tag im Krankenstand gewesen. (In bösen Witzen wird an dieser Stelle dann gefragt, wozu man überhaupt lebt.)

Aber was, wenn's nicht so wäre? Was ist mit den vielen Leuten, bei denen es nicht so ist? Wenn wir anfangen, Prämien je nach Risiko zu berechnen, sind wir in kürzester Zeit beim amerikanischen System, und dann können wir uns unser schönes, weltweit gelobtes Gesundheitsversicherungssystem quasi eh schon in die Haare schmieren.

Falls tatsächlich ein Versicherungsfall eintritt, schön und gut, dann gestehe ich der Versicherung das Recht zu zu überprüfen, ob a) der Versicherungsfall "echt" ist und b) ob er tatsächlich während der Laufzeit der Versicherung eingetreten ist oder davor schon bestand. Das ist wohl auch notwendig, um echten Betrug zu verhindern.

Aber solange die Versicherung sowieso nur von mir Geld kassiert ohne dass ich irgendwelche Leistungen in Anspruch nehme, ist es eine Unverschämtheit sonder gleichen, dass man sich gleich einmal das Recht sichert, bei sämtlichen Ärzten, bei denen ich je war, alle Informationen über mich einzuholen. Und ja, natürlich muss die Adresse des Hausarztes angegeben werden, sowie alle weiteren Ärzte, bei denen man innerhalb der letzten 3 Jahre war. Sogar, ob innerhalb der letzten vier Monate eine spezielle Untersuchung (EKG, Labor, Röntgen, MRT, ...) durchgeführt wurde, muss man angeben -- vermutlich, damit die Versicherung sich schnell die Ergebnisse davon holen kann. So gesehen kann es einem glatt passieren, dass es ein Nachteil ist, vor Kurzem zur Gesundenuntersuchung gegangen zu sein.

Vermutlich ist es sowieso ein Nachteil, zur Gesundenuntersuchung zu gehen -- weil man dann zum Beispiel nicht mehr wahrheitsgemäß angeben kann, dass man nicht gewusst hat, dass man zu viel Cholesterin im Blut hat. Und ja, natürlich wird gefragt, ob das Cholesterin zu hoch ist, ebenso wie Blutdruck und noch ein paar Sachen, die man nicht wirklich selbst merkt, wenn es einem der Arzt nicht sagt. Weiters ist es natürlich auch ein Nachteil, sich wegen irgendwas behandeln zu lassen, denn natürlich müssen auch Krankenhaus- und Kuraufenthalte angegeben werden, ganz zu schweigen von Medikamenten. Übrigens allen Medikamenten, die man jemals regelmäßig eingenommen hat.


Wollen wir tatsächlich ein Versicherungssystem, in dem es ein Nachteil ist, rechtzeitig zum Arzt zu gehen?

Wollen wir tatsächlich ein Versicherungssystem, in dem man dafür bestraft wird, mit der falschen genetischen Veranlagung geboren worden zu sein?

Wollen wir tatsächlich ein Versicherungssystem, in dem man gesund sein muss, damit man sich leisten kann, krank zu werden?

Ich nicht.

lG Birgit

Monday, December 28, 2009

ErbsenzählerInnen

Ich muss einfach, Weihnachtsfriede hin oder her, meinen Senf dazugeben zu http://salzburg.orf.at/stories/412485. Kurzfassung: Unternehmer wurde verwarnt, weil er nach einer Schneiderin sucht, statt geschlechtsneutral nach einem/einer SchneiderIn. Er sagt, er will aber tatsächlich nur eine Frau haben. Gleichbehandlungsanwältin findet das diskriminierend.

Ich erzähl einmal, wie dieselbe Geschichte -- Unternehmer möchte unbedingt weibliche Verkäuferin/Angestellte/... einstellen -- anderswo abläuft: Da wird das brav geschlechtsneutral ausgeschrieben, man lädt auch brav männliche und weibliche BewerberInnen ein -- und zufällig ist dann halt eine Frau am besten qualifiziert. Passt am besten ins Team. Irgendsowas.

Ist es mir da nicht zehn Mal lieber, wenn jemand einfach sagt, was er will, und seine Stellenausschreibung entsprechend formuliert? Ist was Schlimmes daran, wenn man explizit männliche oder weibliche BewerberInnen sucht, solange das nicht von Bedenken über die besseren oder schlechteren Qualifikationen und Fähigkeiten herrührt, sondern, so wie in diesem Fall, schlicht und einfach an den Erwartungen der Kunden liegt? Ich frag mich sowieso immer, wie Bordelle diese ganzen Gleichbehandlungsklauseln umgehen...


Übrigens glaube ich, dass die VertreterInnen der Gleichbehandlungsanwaltschaft diesen konkreten Fall vermutlich genauo sehen würden. Das Inserat mag auf den ersten Blick natürlich einen schlechten Eindruck gemacht haben, aber bei genauerer Betrachtung der Umstände finde ich daran nichts auszusetzen. Aber natürlich würde das bedeuten, einen Fehler zuzugeben, und darum wird jetzt stattdessen mit teilweise völlig aus der Luft gegriffenen Argumenten zurückgeschossen. "Auf Kundinnenwünsche ist generell nicht Rücksicht zu nehmen." ist ja ein selten dämliches Argument.

lG Birgit

P.S.: Und zu dem Vergleich mit den Gynäkologen -- "(...)
80 Prozent der Stellen [sind] durch Männer besetzt. Das stört in der Öffentlichkeit auch niemanden." -- möchte ich noch sagen: Doch. Mich stört es. Ich bin da nämlich ausgesprochen diskriminierend und gehe nur zu den 20% Gynäkologinnen. Diskriminierend? Ja. Mein gutes Recht? Ich denke schon.

Saturday, November 28, 2009

-in

Und aus einem Computerspiel lernen wir wieder einmal, dass das Anhängen eines "-in" an eine Berufsbezeichnung noch lange nicht mit echter Emanzipation gleichzusetzen ist, noch nicht einmal damit, Frauen in gewissen Berufen als Frauen wahrzunehmen. Beispielsweise, wenn dann im Computerspiel Sätze vorkommen à la "Chefin, Ihre Frau hat angerufen.". Obwohl, vielleicht sind die mit der Gleichberechtigung auch nur schon noch einen Schritt weiter...

lG Birgit

Thursday, January 8, 2009

Folter und Fernsehen

Rosamunde Pilcher anschauen zu müssen ist Folter. Aber darauf will ich gerade nicht hinaus.

Bei der heute auf ORF 1 ausgestrahlten Folge von "Without a Trace" hat der Regisseur versucht, einmal eine sehr kritische Stellungnahme zum Thema Folter abzugeben. Zum Inhalt der Folge: Einerseits geht es um einen vermutlich in einem Militärgefängnis "verschwundenen" jungen Mann; dass in diesem Gefängnis wahrscheinlich gefoltert wird, ist eines der zentralen Themen.

Um das Thema Folter aber wirklich ordentlich auszuschlachten -- pun intended --, will der Hauptverdächtige in einem damit verbundenen Entführungfall nicht ausplaudern, wo sich die Entführte befindet, er behauptet unschuldig zu sein. Der ermittelnde Polizist bekommt "Unterstützung" von einem CIA-Beamten, der -- erfolglos -- versucht, die Information aus dem Verdächtigen herauszubekommen, indem er ihn mehr oder weniger nackt fesselt, schlägt, und letztendlich droht ihm die Finger mit einer Geflügelschere abzuschneiden. Alles davon bis auf die Umsetzung der letzten Drohung passiert on-screen. Der Polizist steht die ganze Zeit mehr oder weniger unangenehm berührt daneben. Als der CIA-Mann die Geflügelschere aus der Tasche holt, versucht er zum ersten Mal einzugreifen, der CIAler beteuert allerdings, dass es noch nie so weit gekommen wäre, dass er die Schere tatsächlich eingesetzt hätte, und der Polizist gibt sich damit zufrieden. Der Verdächtige schildert panisch sein gesamtes Zusammentreffen mit der nun Vermissten und versichert noch einmal, dass er sie weder entführt noch getötet hat. Damit nicht zufrieden setzt der CIA-Beamte seine Drohung um und schneidet ihm einen Finger ab. (Im Film zu sehen ist nur die blutverschmierte Schere.) Daraufhin wirft der Polizist ihn endgültig hinaus.

Die gute Absicht in Ehren, gefallen mir doch nicht die Implikationen dieser Szene. Heißt das etwa, es wäre völlig in Ordnung jemandem zu drohen, solange man es nicht umsetzt? (Die Reaktion des Polizisten auf die Erklärung des CIAlers kann doch fast nur interpretiert werden als "Aha, sie wollen also ohnehin nur so tun als ob und die Schere nicht wirklich einsetzen? Na gut, dann nur zu.") Selbst wenn die Drohung doch gerade darauf beruht, dass das Opfer sie ernst nimmt? Irgendwie kommt mir das so vor, als würde man das berüchtigte Folter-Foto aus Abu Ghraib damit entschuldigen wollen, dass in Wirklichkeit gar kein Strom angeschlossen gewesen wäre. Das macht für den Betroffenen, der das nicht weiß, halt leider überhaupt keinen Unterschied...

Impliziert die Szene nicht weiters, dass der gesamte erste Teil -- der Gefangene wird immerhin gefesselt, gedemütigt und geschlagen -- gerechtfertigt ist? Bis zur ersten Androhung irreparabler Schäden zuckt der Polizist ja nicht einmal ernsthaft mit der Wimper...

Soweit hätte ich die Sache für sehr fraglich, aber nicht unbedingt eines blog-Beitrages würdig befunden. Was mir an der Folge wirklich sauer aufstößt, ist das Ende -- und zwar ironischerweise genau der Teil, mit dem der Autor seine Botschaft gegen die Folter noch einmal unterstreichen wollte.

Am Ende der Folge werden die Vermisste und ihre Mörderin dann mit den klassischen Ermittlungsmethoden ausfindig gemacht. "Es war überhaupt nicht notwendig ihn zu foltern, er wusste wirklich nichts.", erklärt die ermittelnde Polizistin ihrem Kollegen verächtlich, der daraufhin einen angemessen betretenen Gesichtsausdruck macht. Die Kamera blendet über auf einige abschließende Aufnahmen mit ... Moment. 30 Sekunden zurück, bitte. Es war also falsch ihn zu foltern WEIL ER NICHTS WUSSTE???? Und sonst wäre es richtig gewesen, oder wie darf ich das verstehen?

To be continued...

lG Birgit

(Alle Artikel in diesem blog sind persönliche Meinungen und erheben keinen Anspruch auf lückenlose Einhaltung der journalistischen Sorgfaltspflicht. Informationen zu tagesaktuellen und geschichtlichen Themen entsprechen dem, was ich bei manchmal recht unaufmerksamem Zuhören aus Nachrichten und Geschichtsunterricht aufgeschnappt habe und hin und wieder auf Wikipedia nachlese und können mitunter inkorrekt sein. Dieser Beitrag folgt nicht notwendigerweise in allen Punkten dem Pressekodex und kann nicht als zuverlässige Quelle zitiert werden.)