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Wednesday, April 7, 2010

More Mind Games

Die Fortsetzung der Mind Games Show (über die ich in diesem Posting berichtet hatte) fand vorigen Samstag statt in Bäch in der "Lounge des Art's" -- sic; den Urheber des Apostrophs darf man getrost erschlagen --, und ich wurde gebeten, wieder einen Verriss darüber zu schreiben (und dabei gnädig zu sein). Hier ist er:

Die Mentalismus-Show von Mike "Magic" Fingerhut teilte sich diesmal in drei Teile zu je 15 bis 30 Minuten, dazwischen gab es Live-Musik und eben die üblichen Unterhaltungsmöglichkeiten in einer "Lounge". Großes Lob am Rande an die Party-Band Passion, bestehend aus einem Musiker mit Keyboard und Gesang, einem mit Gesang und Trompete, und einem mit Gitarre und Zigarette. Spaß beiseite, es ist wirklich erfreulich, einmal eine Band zu treffen mit gleich zwei Musikern mit Stimme und Gehör.

Gleich am Anfang des ersten Zaubershow-Teiles wurde das versiegelte Kuvert mit der drei Wochen zuvor niedergeschriebene Prophezeihung einer Zeitungsschlagzeile mit einem Klebestreifen an die Zimmerdecke gehängt. (Und auch meine Prophezeihung, dass die Prophezeihung bis zum Ende der Show drei Mal herunterfallen werde, erfüllt sich. Was zugegebenermaßen nicht weiter verwunderlich ist angesichts der Mengen an Nikotin und Teer, die an der Decke kleben. Nur um es wieder einmal erwähnt zu haben: Ich bin für das allgemeine Rauchverbot. Schon allein der Vorstellung wegen, dass in der Lunge sicherlich nicht weniger Dreck kleben bleibt als an dieser Zimmerdecke.)

Es geht weiter mit einigen neuen und einigen schon bekannten Tricks. Für einen der Tricks werden Gegenstände aus dem Publikum eingesammelt, und ich erfahre erstaunt, dass ganz ohne mein Wissen beim Übertritt der österreichisch-schweizerischen Grenze mein Taschenmesser mutiert ist zu einem "Sackmesser". Die meisten anderen Tricks befassen sich mit dem Interpretieren von Tonfall sowie Augen- und Muskelbewegungen, um dadurch Lüge und Wahrheit zu unterscheiden, Gegenstände wiederzufinden oder in der Hand gehaltene Gegenstände zu erkennen.

Positiv hervorzuheben ist diesmal die klare Anmerkung, dass alle Tricks auf Suggestionen und gezielter Wahrnehmung beruhen, nicht auf überirdischen Phänomenen. Um wenigstens irgendwas auszusetzen zu haben, könnte man anmerken, dass der zweite Teil der Show im Vergleich zur Show im letzten Sommer leider ein klein wenig unorganisiert und unvorbereitet gewirkt hat. Zuerst die Zuschauer mit einem "Willkommen zum zweiten Teil, danke für Ihre Aufmerksamkeit!" zu begrüßen und dann 20 Sekunden unter dem Pult zu verschwinden, weil irgendwas noch nicht fertig hergerichtet war, ist präsentationstechnisch eigentlich ein No-Go. Ebenfalls nicht ideal ist es, in den Pausen noch schnell die Tricks zu testen, aber es erfreut zumindest die neugierigen Menschen unter uns; Und das kurz verkabelte Handmikrofon (statt eines Kopfmikrofons mit Funkübertragung) war vielleicht nicht ganz geschickt gewählt.

Aber gut, ich hatte ja versprochen, nicht kleinlich zu sein. Von solchen Details abgesehen war die Show nämlich gewohnt gut, die Tricks spannend und sauber präsentiert (ich habe vergeblich versucht herauszufinden, wer der geheime Helfer im Publikum ist), die Programmführung auch komödiantisch wertvoll (teilweise dank der [Un]Freiwilligen) -- und beim Trick mit der Schlagzeilen-Prophezeihung darf Manuel Horeth sich ruhig noch ein Scheibchen abschneiden; Bei seiner Version des Tricks im Finale von "Next Uri Geller" hat man nämlich gesehen, wie er funktioniert. Hier nicht.

lG Birgit

Tuesday, September 22, 2009

Mind Games

21.09.2009, Gasthaus "Weisser Wind" in Zürich. Die Aufführung heißt "Mind Games -- Die Macht des Unbewussten", von und mit Julian Layn (Pianist), Mike Fingerhut (Mentalist) und Cla Coray (Ist). Aufmerksam geworden war ich darauf, weil ein paar Wochen davor direkt vor meiner Haustür die Dreharbeiten stattgefunden hatten für ein Filmchen, das dort angeblich am Anfang vor der Show gezeigt werden sollte. Und der Neugier, was es damit auf sich hat, musste man natürlich nachgeben.

Wie auch immer, hinter dem Titel steckt eine Art Zaubershow -- und zwar eine wirklich gute. Etliche der Kandidaten von "Next Uri Geller" könnten sich mehr als eine Scheibe abschneiden von dem Mentalisten namens Mike Fingerhut. Zwar kein Copperfield, und auch an Manuel Horeth, Derren Brown oder Farid kommt er nicht ganz heran -- das wäre auch sehr schwer --, aber Waayatan, Ully Loup und Vincent Raven würde ich ohne zu zögern sogar in Summe hinter ihm einordnen. (Jan Rouven zählt nicht, den betrachte ich nicht einmal als Zauberer.)

Jedenfalls habe ich nach einer halben Stunde Zettel und Stift aus meinem Rucksack geholt, um ein paar Notizen zu machen und hier im blog ausführlich wiedergeben zu können. Nein, die Tricks werde ich nicht verraten. (Wie auch bei Farid und Manuel Horeth verrate ich nicht die Tricks von Zauberkünstlern, deren Leistung ich respektiere. Ausgenommen natürlich, wenn sie bei Next Uri Geller auftreten.)

Gleich zu Beginn wird das gedrehte Filmchen vorgeführt. Mit vier Anläufen, nachdem der VLC-MediaPlayer nicht ganz so mitspielt, wie man es gehofft hätte.

Danach geht es los mit einem ziemlich langen Klavierstück, und ein paar Vorhersage-Tricks zum Aufwärmen. Nett gemacht, bislang nicht spektakulär.

Es folgt ein "Experiment" mit einer schwarzen und drei weißen Kugeln in einem Beutel. Columbo-Fans dürften einen ähnlichen Trick kennen. Ich vergebe an dieser Stelle die ersten Plus für Fingerfertigkeit und für Rhetorik. (Auch, wenn ich mit dem Schwiizerdüütsch ein wenig kämpfe.)

Der nächste Trick geht leider gründlich schief -- dank eines unbrauchbaren Freiwilligen aus dem Publikum, der weder in der Lage ist, vordere und hintere Hosentaschen auseinanderzuhalten, noch rechte und linke. Mentalist: "Stecke den Gegenstand in die hintere Hosentasche.", Freiwilliger steckt ihn in die rechte vordere. Mentalist: "Nimm jetzt einen zweiten Gegenstand vom Tisch, und stecke ihn in die linke vordere Hosentasche." Freiwilliger nimmt etwas und steckt es in die rechte hintere Tasche. Publikum kichert. Mentalist: "Und jetzt nimm den dritten Gegenstand und stecke ihn in die rechte vordere Hosentasche." Freiwilliger erinnert sich, dass dort schon was ist, zuckt mit den Schultern, und steckt den Gegenstand in die linke vordere Tasche. Dass der Rest nicht mehr funktionieren kann, ist klar. An diesem Punkt wäre es natürlich günstig, mit dem Assistenten einen Notfallcode ausgemacht zu haben -- irgendwas in der Form "Achtung, der Freiwillige ist ein Idiot; Tu so, als hätte er die Gegenstände in folgender Reihenfolge genommen: ...". Schlaue Assistenten sind bei sowas natürlich auch immer hilfreich. Jedenfalls habe ich Realität und Plan verglichen, und hätte der nette Mensch aus dem Publikum mitgespielt, hätte der Trick geklappt. Wirklich schade, dass glaube ich durch den Patzer im ersten Teil der zweite Teil des Tricks nicht mehr vorgeführt werden konnte. Ich nehme an, da wäre noch mehr gekommen.)

Nach 20-minütiger Pause folgt der zweite Teil, der meine Meinung endgültig von "sehr brauchbarer Amateur" zu "noch etwas unerfahrener Profi" verbessert.

Vom ersten Trick nach der Pause, der auf einem Tisch stattfindet und wegen der etwas kleinen Karten mit einer von oben auf den Tisch gerichteten Kamera auf die Leinwand übertragen wird, wage ich zu verraten, dass der eigentliche Trick sogar im Blickfeld der Kamera (und direkt vor der Nase der Freiwilligen) stattfand. Ich nehme an, dass aber niemand, der nicht weiß, worauf er achten muss, in dem Moment dort hinschauen würde. Sehr nett gemacht jedenfalls; Hätte ich ein bisschen mehr Fingerfertigkeit, würde ich den ungeniert abkupfern. (Nachahmung ist die aufrichtigste Form der Bewunderung.)

Zwischendurch überrascht mich der Pianist, der bislang nur mit zu langen Stücken gelangweilt hatte, mit sowohl einer guten Falsett- als auch einer guten Bass-Stimme. Ich plädiere dafür, dass er singen statt klavierspielen sollte. (Wobei das Geklimpere von der Spieltechnik her wahrscheinlich auch ganz okay war; Aber ich geh nun einmal nicht zu so einer Vorstellung, um Musik zu hören.)

Nur mäßig gut klappt der nächste Trick, leider wieder auf Grund einer lästigen Freiwilligen. Es geht um Telepathie, der Mentalist bittet dabei explizit um Freiwillige, die an Telepathie glauben. Ich glaube, dass das das eigentliche Problem war; am geeignetsten für solche Tricks sind meiner Meinung nach Leute, die nicht daran glauben. Dass die Freiwillige ganz ohne Zutun des Mentalisten ihre persönlichen übersinnlichen Erlebnisse hatte, war dem Trick jedenfalls nicht förderlich. Übrigens haben wir denselben Trick in wesentlich schlechterer Ausführung vor Kurzem bei Waayatan gesehen.

Der letzte Trick, der mit dem ganz am Anfang vorgeführten Film zu tun hat, klappt leider ebenfalls nicht. Trotzdem finde ich es sehr kreativ, einen Trick zu nehmen, der auf einer gängigen Zaubermethode beruht, und so zu tun, als würde er auf einer anderen gängigen Methode beruhen.

Einziges ganz kleines Manko für mich ist die implizite Behauptung (oder zumindest nicht richtiggestellte Annahme des Publikums), alle "Experimente" würden tatsächlich auf Manipulation und/oder psychischen Fähigkeiten beruhen, und nicht auf Tricks. Zauberkunst ist eine Kunst. Ich schätze es nicht besonders, wenn sie ins Licht der Scharlatanerie abrutscht, indem sowas behauptet wird.

Die drei missglückten Tricks dagegen ergeben für mich keine Abzüge vom Gesamtbild. Sie waren alle drei gut durchdacht und sind leider an den freiwilligen "Helfern" gescheitert. Die spontanen Improvisationen des Mentalisten, um noch ein bisschen was davon zu retten, waren sogar recht gut. (Wer sehen will, wie man einen verunfallten Trick nicht rettet, möge sich diesen Auftritt ansehen einer gewissen Person, die ich wie gesagt nicht als Zauberkünstler bezeichnen möchte.)

Fazit: Es ist erfrischend zu sehen, dass es nach wie vor wirklich gute Shows gibt, die mit einfachsten Mitteln auskommen. (Auch wenn ich bekanntlich auch nach wie vor ein Fan von Aaron Crows hochtechnischen Spielereien bin.) Kein einziger der Tricks war 08/15, das Programm schlüssig und nicht nur einfach eine Aneinanderreihung von zusammenhanglosen "Experimenten", und der Abend (bis auf die etwas langwierigen Klavierstücke) gelungen.

Wer meine üblichen Verrisse von Next Uri Geller gelesen hat, weiß, dass ich mit Lob bei Zauberkünstlern sparsam bin. Dieses hier ist verdient.

Nächste (und möglicherweise letzte) Vorstellung: 8. Oktober 2009, 20:00, Gasthaus "Weisser Wind" in Zürich. Kartenvorverkauf auf www.tischendorf.ch oder www.starticket.ch, weitere Informationen auf www.mindgames.ch. Hingehen.

lG Birgit

P.S.: Über den Umweg der Gemeinschaft Europäischer Mentalisten habe ich auch die Homepage von Mike Fingerhut ausfindig gemacht, zu finden hier: http://www.mikemagic.ch/. Mal sehen, ob wir ihn irgendwann bei Uri sehen werden.

Tuesday, March 3, 2009

The next Uri Geller

Ich hab vergessen, das Finale aufzuzeichnen, und Pro7 schafft es schon wieder nicht, die Videos pünktlich nach der Sendung auf die Homepage zu stellen. Falls sie's doch noch schaffen, werd ich darüber schreiben.

lG Birgit

Friday, February 27, 2009

The next Uri Geller

Tschuldigung, ich weiß, ich bin viel zu spät dran.

Jan Becker (Gedicht):
Teil 1 (Vorwärtsgehspiel): Gute Recherche, bisschen Cold Reading. (Und was könnte besser geeignet sein die Gedanken der Prominenten auf die ersten Schritte ihres Juniors zu lenken, als dieses Setup?)
Teil 2 (Gedicht): Keine Ahnung, wie sowas gehen könnte. Die Wörter wurden definitiv erst dazugeschrieben, nachdem sie sie gesagt hat, und viel Zeit bleibt da ja nicht gerade. Irgendwer hat gemeint, er könnte eventuell einen sehr kleinen Stift am rechten Daumen montiert haben und die Wörter schnell dazuschreiben, aber gesehen habe ich davon auch in der Zeitlupe nichts.

10 von 10 Punkten. Ich sagte ja, dass ich mir die für was wirklich Gutes aufhebe.

Manuel Horeth (Drehbuch):
Teil 1 (Schloss öffnen): Das ist ein Spezialschloss, bei dem ob es öffnet oder nicht nicht vom Code abhängt, sondern von einem kleinen Schalter auf der Rückseite (oder dergleichen). Keine Kunst, dabei die "richtige" Nummer zu erraten.
Teil 2 (Drehbuch voraussagen): Ich hätte gerne an einen kleinen funkgesteuerten Drucker in der Rolle geglaubt. Die Tatsache, dass das Tischchen nicht von Anfang an auf der Bühne steht, spricht aber sehr dafür, dass die Rolle dort drinnen steckt und mit einem Mechanismus in die Box befördert wird, sobald man sie draufstellt. Der Glaszylinder hat dafür einfach einen Schlitz.
Teil 3 (Bild an Publikum übermitteln): Der Prominenten wurde das Bild (ähnlich wie in den vorigen Folgen) ausreichend suggeriert. Das Publikum hatte dünne Bleistiftlinien auf dem Papier vorgezeichnet und den Auftrag, die nachzumalen. Einer der besagten Zuschauer war so bösartig, das später zu erzählen in einem anderen Forum über die Sendung.

8 von 10 Punkten. Nett, aber da geht noch mehr.

Uri (Geisterbeschwörung):
Hui, ich dachte immer, meine Möbel würden eben knarren, wenn das Holz sich verzieht wegen Temperatur und Luftfeuchtigkeit und dergleichen, dabei hatte ich offensichtlich die ganze Zeit recht schnatterhafte Geister in der Wohnung... Schmäh ohne, wie groß ist schon die Wahrscheinlichkeit, dass es 3 Minuten lang in einer Wohnung ganz still ist?

Die Glocke läutet durch leichtes Wackeln mit dem Tisch. Weil sie eh so schmal ist und wegen der diversen Trägheitseffekte entsteht der Effekt, dass nur der Klöppel sich bewegen würde. In Wahrheit schwingt er nur wesentlich mehr als die Glasglocke. (Wen's interessiert, darf in Wikipedia unter Doppelpendel nachlesen.)

3 von 10 Punkten. Und bitte schmeißt den Dolmetscher raus.

Lustig fand ich übrigens das Zuschauervideo. Offensichtlich gibt es wirklich Zuschauer, die es sich zum Sport gemacht haben, gefälschte Videos einzuschicken. (In diesem Fall wird der Schlüsselbund von einem Komplizen mit einem dünnen Faden bewegt, was man sieht, als sie die Hand wegzieht und sich dabei darin verfängt.)

Jan Rouven (Feuerspiele):
Noch immer nicht tot?
Aber zumindest billig wie immer.
Teil 1 (Feuerinstinkt): Die schwarzen Flecken macht er den Promis auf die Handfläche, als er ihnen zeigt, wie sie die Hand halten sollen.
Teil 2 (Zündelei): In allen vier Kanistern ist Wasser. Das Benzin ist schon von Anfang an in drei der vier Schüsseln, die er am Anfang verwendet, sowie auf den drei Puppen. Damit die Promis nicht riechen, dass in keinem Kanister Benzin ist, bekommen sie die Nasenkluppen. (Und ich hätte ihm das Wasser über den Kopf geschüttet.)

2 von 10 Punkten

Ully Loup (Seelenwanderung):
Es gibt hunderte Möglichkeiten, sich von irgendwem sagen zu lassen, was sie geholt hat. Zum Beispiel jemanden mit einer ausreichend großen Tafel im Publikum. Haben ja alle auf der Leinwand gesehen, was sie nimmt. Oder ein Lautsprecher in der Liege.

5 von 10 Punkten. Nette Tonkneterei.

Wenigstens das Publikum hat diesmal Geschmack bewiesen.

lG Birgit

Wednesday, February 18, 2009

The next Uri Geller

Waayatan (Feuersymbol):
Ähm, war da wo ein Trick, den ich übersehen habe? Mir ist keiner aufgefallen. *hust*
Sie wählt einen der zwei Steinhäufen aus, er schmeißt auf jeden Fall den linken hinunter. (Er hat zu ihr ja nicht gesagt, sie soll aussuchen, welcher wegkommt, sondern nur, dass sie einen aussuchen soll.) Analog wirft er entweder die umgedrehten oder die offenen Steine weg. Mit den restlichen vier verfährt er noch einmal gleich. Damit hat sie genau den einen Stein in der Hand, den sie haben soll. Der ganze Rest ist Show.

2 von 10 Punkten. Zumindest die Show war ansatzweise nicht völlig unbrauchbar.

Manuel Horeth (Albträume):
Genial. Kein weiterer Kommentar.
Na gut, doch einer. Das Ganze funktioniert (vermutlich) mit viel Manipulation der Beteiligten, vergleiche vorige Woche.
Na gut, noch einer. Die Box hat an der Unterseite Saugnäpfe oder dergleichen, mit denen sie sich ordentlich am Tisch festsaugt. Mit einem Mechanismus irgendwo drinnen kann er die bequem festdrücken und wieder lösen.

10 von 10 Punkten.

Jan Becker (Glücksbringer lesen)
Teil 1: Siehe Wikipedia unter "Cold Reading". Teil 2 erfordert wieder einmal viel, viel Recherchenarbeit.

9 von 10 Punkten

Uri (Steinverbindung):
Muskeltonus

4 von 10 Punkten. Wenn er nicht so tun würde, als wär's echte Magie, bekäme er mehr.

Jan Rouven (Messersuche):
Na, noch immer nicht tot? Mehr Glück diese Woche...
Ahja, feig geworden. Der arme Promi.
Während Jan selbst noch einmal "mischt", hat er genug Zeit nachzuschauen, wo das Messer ist, und es an die richtige Stelle zu rücken. Es gibt mehr als eine Möglichkeit anzuzeichnen, wo das Messer drin ist. Beispielsweise am Sockel statt am Papier. (Er hat ja selbst ausgesucht, in welchen Sockel das Messer kommt.)

2 von 10 Punkten. Billig wie jede Woche. Nein, eigentlich 0 von 10 Punkten. So hat man sich einem halbfreiwilligen Helfer gegenüber nicht zu verhalten.

Ully Loup (Kristallkugel):
Teil 1: Geburtsdaten und Berufe der Zuschauer merken. (Die müssen sowas beim Kartenkauf angeben.)
Teil 2: *grins* Da hat jemand ein selten schlechtes Händchen bei der Auswahl der Promis... Wirklicher Trick war fürs Publikum eigentlich nicht zu sehen, aber Loriel hat die von ihr genannten Bilder tatsächlich gesehen. Hat was mit den lustigen Brechungseigenschaften von Kugeln zu tun, da reicht's, wenn man ein ganz kleines Bild dagegen hält, das passt auch unter den Daumen.

4 von 10 Punkten. Nicht gut, nicht schlecht.

lG Birgit

P.S.: Ja, ich schaue Street Magic mit Farid auch an, und ja, bei den meisten Tricks weiß ich, wie sie funktionieren. Aber wirklich gute Tricks verrät man nicht, und vor Farids Intelligenz und Fingerfertigkeit habe ich großen Respekt. Er ist bei der Straßenmagie wirklich besser aufgehoben als auf der großen Bühne.

Wednesday, February 11, 2009

The next Uri Geller

Jan Becker (Herzsuche):
Reschpekt.
Teil 1 (Foto erraten): Wiederum gute Recherche. ebay-Auktionen sind einige Zeit lang öffentlich einsehbar. Wer die guten Freunde einer [prominenten] Person sind, lässt sich im Allgemeinen auch herausfinden. Und die Bitte um das Foto, die er den Promis vorher geschickt hat, ist dann entsprechend darauf zugeschnitten, das richtige Bild zu Tage zu fördern. ("Bringen Sie ein Bild mit auf dem Sie und eine weitere Person zu sehen ist, die Ihnen viel bedeutet, bitte aber jemand anderes als der eigene Partner. Wählen Sie zum Beispiel eine Person, mit der sie längere Zeit zusammengearbeitet haben oder mit der sie einmal zusammen im Ausland waren. (...)")
Teil 2 (Foto finden): Da hat er Helfer im Publikum. Einen davon hat Pro7 glaube ich sogar bösartigerweise gefilmt; da war ein Mann zu sehen, der die Maske verkehrt herum aufgesetzt hat. Ansonsten gibt's natürlich auch noch all die technischen Möglichkeiten, aber das glaub ich bei ihm nicht einmal.

9 von 10 Punkten. Die vollen 10 will ich mir noch für was wirklich Gutes aufheben, aber das kam dem schon sehr nahe.

Jan Rouven (Feuerkette):
Na, Bürschchen, womit willst du dich denn heute umzubringen versuchen?
Haahaa, haahaa, falsches Schloss erwischt. *grins* Was natürlich erklärt, wie der Trick funktioniert. Das Schloss hätte erst später vom Techniker heimlich ausgetauscht oder umgeschaltet (Trickschloss) werden sollen, und dann hätte Julia -- mit 99.8%iger Wahrscheinlichkeit -- auf magische Weise genau den "einen" richtigen Schlüssen erwischt. (Und soviel zu "es gibt keine Möglichkeit, die Steuerung zu bedienen, wenn das Schloss einmal zugesperrt ist".) Davon abgesehen möchte ich den nervösen Zuschauer informieren, dass von diesen Feuerseilen [so gut wie] immer eines innen in Wirklichkeit ein Stahlseil ist, nur für alle Fälle.

2 von 10 Punkten. Wenn er den Trick vorgeführt hätte, hätt's eventuell noch ein paar mehr für den geschickten Austausch des Schlosses gegeben. Den ich ihm aber eigentlich nicht wirklich zutraue.

Daniel und Gabriel (Rendezvous):
Nicht schon wieder der gleiche Trick...

1 von 10 Punkten. Langsam wird's fad. (Na gut, ein Bonuspunkt für die Zwillinge.)

Uri:
"Berühmte europäische Hauptstadt" = Paris. Oder fällt wem was anderes ein?
"Riesiges Bauwerk" = Eiffelturm. Mehr hat Paris ja nicht zu bieten.

Manuel Horeth (CD-Suche):
Teil 1 (CD-Auswahl): In jedem Fach sind die ersten 3 CDs zufällig, ab dann ist jede zweite die gesuchte CD (der Rest ebenfalls zufällig). Wenn der Promi Stop sagt, kann Manuel sich noch zwischen zwei CDs entscheiden -- in diesem Fall hat er etwas zu lange gezögert, welche er denn nun nehmen soll, da er die nächste schon in der Hand hatte -- und nimmt natürlich die mit dem gesuchten Album. Dann öffnet er noch die Hülle davor und die danach, die zufällige CDs enthalten. Somit ist sichergestellt, dass der Promi die richtige CD in der Hülle hat.
Teil 2 (Gedankenübertragung Bild): Das ist wesentlich subtiler. Man kann Menschen natürlich beeinflussen. Ich nehme an, dass er der einen vorher *irgendein* Bild von einem Tisch, vier Stühlen und einem Bild darüber gezeigt hat. Nicht direkt natürlich. Ordentlich groß gegenüber von ihrer Haustür aufhängen und sie sieht es auf dem Weg zur Show.
Teil 3 (Gedankenübertragung Zahl): Noch kritischer ist das Suggerieren des 2ers. Wenn man ganz genau hinhört, merkt man, wie er sich kurz "verspricht": "Ich möchte, dass du dich jetzt gleich Z für eine Zahl entscheidest." Für's Unterbewusstsein reicht das.

9 von 10 Punkten. Wie gesagt, die 10 werden für was wirklich wirklich Gutes aufgehoben.

Waayatan (Waffen erraten):
Hoppla. Nochmal hoppla.
Aber hey, der erste, der ohne Trick auskommt. Ehrlich gespielt und ehrlich verloren. Dürfte wirklich nur auf Einschätzen der Körperhaltung beruhen. Der letzte Teil mit dem Runterfallenlassen der Waffen basiert auf einer versteckten Schnur oder einer Fernbedienung.

5 von 10 Punkten. Nicht gut, aber auch nicht leicht zu machen.

Ully Loup (Farbenspiel):
Teil 1 (Farben erraten): In der Urne werden die Papierkugeln unter einem doppelten Boden versteckt, die neuen Farben kommen dann jeweils so hinein, dass in dem Moment, wo eine Person hineingreift, nur Kugeln einer Farbe darin sind.
Teil 2 (Steinherz): Das Steinherz hat er schon die ganze Zeit in der Hand, verdeckt durch das blaue Papier. Mit den schwarzen Handschuhen fällt das kaum auf. Das Feuerchen verbrennt dann das Papier. Für's Zünden gibt's massenhaft Möglichkeiten.

7 von 10 Punkten. Nicht so schlecht wie sonst.

Mal schauen, was das Publikum meint.

lG Birgit

Tuesday, February 3, 2009

The next Uri Geller

Es ist wieder einmal so weit.

Waayatan (Pfad des Kriegers):
Mehr als "falsche Augenbinde" brauch ich dazu wohl nicht zu sagen... Gute Balance, das muss man ihm lassen.
2 von 10 Punkten.

Daniel und Gabriel (Figuren übertragen):
Hoppla, da ist wer rot-grün-blind. ;)
Ansonsten der gleiche Trick wie vorige Woche. Nur diesmal mit etwas ausführlicheren Codes. Morsecode zum Beispiel.
6 von 10 Punkten -- und um Welten besser als vorletzte Woche.

Uri (Kompass drehen):
Wie schlau, er hat den Magnetenersatz diesmal 10 Leute weiter versteckt... (Wer mit diesem Tipp noch nichts anfangen kann, möge einen Grundkurs über Physik und Elektrostatik besuchen. ;) ) Und nein, es ist nicht wieder der Trick mit dem Magneten am Daumen.

Ich hatte übrigens einmal einen Kompass, der hat sich schon wüst im Kreis gedreht, wenn man ihn nur schief angeschaut hat. Sehr unpraktisch, wenn man eigentlich wissen möchte, wo Norden ist.

Manuel Horeth (Orchideen verdrehen):
Er zeigt ihr natürlich am Anfang das Bild des Autos und dem Publikum dann die Seite daneben. (Er dreht sich mit der aufgeschlagenen Seite ja auch nicht direkt zum Publikum um, sondern schließt das Buch und behält nur einen Finger "an der" aufgeschlagenen Stelle. Dann dreht er sich zum Publikum und macht "genau die" zuvor aufgeschlagene Seite wieder auf.) Interessant ist nur die Frage, wie er das Autobild im Buch unterbringt. Gute Druckqualität, genau die richtige Größe, ... und dann halt schnell wieder aus dem Buch entfernen bevor er es ihr schenkt.
9 von 10 Punkten

Amila (Lügendetektor):
Na, Mädel, was hast du vor? Willst du ihn verzaubern oder doch nur verführen? Davon abgesehen eine Steigerung gegenüber vorletzter Woche. Was nicht schwer war.
Zum Trick: Der Ring ist ordentlich magnetisch, und in ihren Öhrchen hat sie Ringe aus Eisen baumeln. Wenn sie sich Sky dann ordentlich an den Hals wirft... (Einige Leute meinen, der Trick basiert nur auf Beobachtung der Handhaltung, weil man bekanntlich die Hand mit dem Gegenstand anders hält als die andere. Das kann schon auch funktionieren, aber ich garantiere, wenn es zwei Möglichkeiten gibt, wird ein vernünftiger Zauberer die zuverlässigere wählen. Die Handhaltung dient hier höchstens noch als zusätzliche Bestätigung.)
8 von 10 Punkten. Ich fand's nicht schlecht. (Ich mag Tricks mit wenig Requisiten.)

lG Birgit

P.S.: Und was hat das Pro7-Publikum eigentlich für ein persönliches Problem mit fähigen Zauberkünstlern?

Tuesday, January 27, 2009

The next Uri Geller

Ist eigentlich schon einmal jemandem was aufgefallen an der Adresse der offiziellen Homepage?
http://www.prosieben.at/show_comedy/next_uri_geller/

Na gut, zurück zum Thema.

Jan Rouven (Schwertfalle):
Ahja, der nächste, der mit ein bissl nackter Haut das Publikum beeindrucken möchte.
Der Trick beruht auf einem geschickten Mechanismus in der "Blende". Die Seile sind nicht wirklich durchgeleitet. Stattdessen werden die Schwerter immer in einer vorher festgelegten Reihenfolge ausgelöst, unabhängig davon, welches Seil tatsächlich gezogen wird. Trotzdem muss sowas wirklich gut getestet werden, damit es nicht versehentlich auslöst. Mag sein, dass es irgendwo noch einen versteckten Schutzmechanismus gibt.
8 von 10 Punkten -- gute Bastelarbeit, gute Show

Danny Ocean (Streichholzschachteln):
Nur die ersten (untersten) Karten sind verschieden, alle anderen sind gleich. Darum zeigt er am Anfang nur die unteren her (statt zB aufzufächern), und bestimmt auch ein wenig, welche Karte sie nimmt. (Bei 200 Karten kann er immer so langsam weitertun, dass es ihr zu blöd wird auf die letzten Karten zu warten.) Die richtige Schachtel irgendwann vorher fallen zu lassen, ist dann kein Problem mehr. Achso, eine ruhige Hand braucht man natürlich für das Pendel...
3 von 10 Punkten -- Präparierte Decks verwenden kann jeder.

Oooooh, was besonders Unheimliches: Ein Mann mit Besen zwischen Kamera und Uri. *g*

Uri Geller (Gläserrücken):
Man muss sich halt darauf verlassen können, dass der durchschnittliche Mensch seine Hand keine zwei Minuten völlig ruhig lassen kann...

Jan Becker (Gedankenübertragung):
Die Aufwärmübungen kann jeder zu Hause probieren, die basieren auf Psychologie und Muskeltonus. Der eigentliche Trick könnte funktionieren mittels Geräuschübertragung auf den Schädelknochen. Ein kleiner Lautsprecher auf dem Finger, den er ihr auf die Stirn legt, und schon hört sie wirklich etwas.
5 von 10 Punkten -- gute Show und nicht ganz offensichtlicher Trick, auch wenn er in der letzten Staffel schon einmal da war.

Ully Loup (Gefühlsschachteln):
Okay, diese Auflösung hab ich geklaut aus anderen Foren. Die Schachteln enthalten kleine Sender, die bei ausreichender Nähe Signale erzeugen. Den Empfänger kann er zum Beispiel im Kragen beim Nacken unterbringen. Das Zeug vibriert dann oder dergleichen, um ihm ein Signal zu geben.
6 von 10 Punkten -- nette Bastlerei. Furchtbare Show.

Amila (Wassertank, nochmal):
Derselbe Trick und doch ganz anders. Nachdem ja einigen die Sache mit den Moderationshandzetteln aufgefallen ist, hält Blondchen selbige diesmal ganz betont in die Kamera. Der Code steht diesmal auf einer großen Tafel, die ein Bühnenarbeiter ausreichend weit oben an der Decke hält. Ablesen tut er das ganze vorher in Ruhe von der großen Tafel.

Dass das Scheitern letzte Woche von Amila geplant gewesen wäre um die Quoten zu erhöhen, glaube ich übrigens nicht. Ein böser Verdacht drängt sich aber natürlich auf: Man hätte es ihr ja gar nicht unbedingt vorher sagen müssen, dass man vorhat, den Trick zu sabotieren...

Nachtrag zu Manuel Horeth: Vermutlich verwendet er beim Aussuchen der Nummer in der Spalte eine Schablone, um "die linke und rechte Ziffer mit einem X zu überdecken". In Wirklichkeit klebt die Nummer hinten auf der Schablone.

lG Birgit

(Alle Artikel in diesem blog sind persönliche Meinungen und erheben keinen Anspruch auf lückenlose Einhaltung der journalistischen Sorgfaltspflicht. Informationen zu tagesaktuellen und geschichtlichen Themen entsprechen dem, was ich bei manchmal recht unaufmerksamem Zuhören aus Nachrichten und Geschichtsunterricht aufgeschnappt habe und hin und wieder auf Wikipedia nachlese und können mitunter inkorrekt sein. Dieser Beitrag folgt nicht notwendigerweise in allen Punkten dem Pressekodex und kann nicht als zuverlässige Quelle zitiert werden.)

Wednesday, January 21, 2009

The next Uri Geller

Um einen Kommentar aus einer homepage über die Show zu zitieren: Das wahre Phänomen an dieser Show sind die Zuschauer.

Mich persönlich fasziniert besonders der fanatisch geführte Streit darüber, ob die Experimente nun echt sind oder nicht -- okay, ein paar Spinner überzeugte Anhänger gibt es wohl immer --, und insbesondere darüber, ob Pro 7 die Zuseher für dumm verkaufen will und wie man sich sowas nur anschauen kann.

Also, um's klarzustellen: "Ich weiß, dass es nicht echt ist, also ist es fad." ist schlicht und einfach falsch. Leute, 98% der Zuschauer wissen, dass es nur Tricks sind, und haben *trotzdem* Spaß an der Sendung. Klingt seltsam, is aber so. Glaubt ihr denn wirklich, ich schaue Zauberern nur zu um herauszufinden, ob sie wirklich zaubern können?

Also, folgende Arten von Aussagen finde ich dumm (und verbitte ich mir in Folge dessen in den Kommentaren zu diesem blog) :
* "Ihr seid so dumm dass ihr das anschaut, es ist doch schon bewiesen, dass es nicht echt ist!"
* "Uri Geller kann wirklich zaubern, und ihr alle steckt nur so in eurem beschränkten naturwissenschaftlichen Weltbild fest, dass ihr das nicht versteht!!!"
* "Das sind keine echten Zauberer, das sind Betrüger!"
* ...
Got the idea?

lG Birgit

edit: Ich nehme alles zurück, was ich gerade gesagt habe: Die Zuseher von Pro 7 sind doch alle bescheuert. Aaron Crow hinauswählen??? Seid ihr alle komplett durchgeknallt?

Tuesday, January 20, 2009

The next Uri Geller

Der schweigende Mentalist:
Jaja, Hauptsache einmal mit dem Laserpointer lebensgefährlich durch die Gegend fuchteln...
Der Rest vom Trick ist genial, das muss der Neid ihm lassen. Nicht undurchschaubar, aber genial. Zum Trick:
Die Beschreibung für die, die ihn nicht gesehen haben (mit Zauberer und zwei uneingeweihten Schauspielern)
* Zauberer sticht Apfelgehäuse mit entsprechendem Küchengerät aus, sodass Loch im Apfel ist, durch das man durchschauen kann.
* Zauberer bittet Schauspielerin um ihren Ring und steckt ihn in den Apfel.
* Zauberer zerbricht ausgestochenes Apfelgehäuse in der Mitte, steckt untere Hälfte von unten und obere von oben wieder in den Apfel, also (scheinbar) so, dass der Ring dazwischen eingeklemmt ist.
* Zauberer steckt Apfel auf einen aus einem kleinen Holzbrett herausschauenden Nagel.
* Zauberer bittet Schauspielerin, sich zu setzen, und Schauspieler, das Brett mit Apfel auf ihrem Kopf festzuhalten.
* Zauberer präsentiert eine Zielscheibe.
* Zauberer holt Pfeil und Bogen, stellt sich auf eine drehende Scheibe sodass die Schauspielerin mit dem Apfel am Kopf zwischen ihm und Zielscheibe ist -- und schießt. Der Pfeil spaltet den Apfel genau in der Mitte und bleibt ebenso genau in der Mitte der Zielscheibe stecken, und der Ring hängt nun am Pfeil.
Lösung:
Der erste Teil ist leicht: Während er so tut, als würde er den Ring in den Apfel stecken, ist das Loch durch den Apfel in Wirklichkeit viel größer. Der Ring fällt einfach durch, und er fängt ihn mit der unteren Hand auf. Spannend ist der Pfeil-und-Bogen-Teil. Nur bei genauester Standbildanalyse sieht man, was wirklich passiert. Und zwar drei Dinge gleichzeitig, perfekt getimed:
1. Der Zauberer schießt tatsächlich. Allerdings ist der Pfeil mit einem Seil oder dgl. mit dem Bogen verbunden und fliegt nicht weit, sondern fällt direkt vor dem Bogen auf den Boden. (Erstens schaut in dem Moment niemand auf den Zauberer, und zweitens blendet auch die Kamera recht schnell weg.)
2. Selbst am Standbild kaum zu erkennen schießt genau in diesem Moment aus dem "normalen Holzbrett" ein Messer heraus wie eine zuschnappende Mausefalle und schneidet den Apfel in der Mitte durch. (Der Zauberer hatte dem Schauspieler extra gezeigt, er solle die Finger unter dem Holzbrett lassen, "damit der Pfeil sie nicht miterwischt".)
3. Ein anderer, in der senkrechten Halterung der Zielscheibe versteckter Pfeil klappt nach oben. Der Zuschauer glaubt, dies wäre der vom Zauberer abgeschossene Pfeil. Im Standbild ist sehr genau zu erkennen, wie weit der Pfeil am Anfang nach oben schwingt, aber im Normaltempo ist das nicht zu sehen. Der Ring ist natürlich bereits die ganze Zeit auf diesem Pfeil gewesen; der Zauberer hatte ihn bei der Präsentation der Zielscheibe dort versteckt.
Das Timing der ganzen Sache ist so perfekt -- selbst in der Zeitlupenaufnahme --, dass ich glaube, die Steuerung erfolgt automatisch. (Bluetooth kann alles. ;) )

Andere Frage an alle Leser, die die Show gesehen haben: An einer Stelle kommt mir vor, dass der Zauberer von einer Stelle der Bühne zu einer anderen "beamt". War das ein Trick oder schlechter Filmschnitt? (Update: Hat sich erledigt. Die Säcke schneiden einfach halbsekundenweise Stücke aus der Aufnahme, um Sendezeit zu sparen. Deutlich zu erkennen während des kurzen Gesprächs mit Vincent Raven kurz danach.)

Manuel Horeth
Juhu, juhu, ein Österreicher. :) Und nein, ich weiß die Lösung nicht. Dort manipulierte Telefonbücher hinzulegen kann zwar nicht allzu schwer oder teuer sein... beim Auswählen kann er, wenn sie Stopp sagt, noch so um +/- 5 Nummern weiter- oder zurückgehen... Kuverts in Zuschauerhänden kann man, wenn man wirklich mutig ist, so präparieren, dass sie zwei Öffnungen haben, oben oder unten, aber es schaut nicht danach aus... Zuerst hatte ich angenommen, er könnte die X wählen je nachdem, wie es besser passt (i.e. die ersten 2 Stellen, die letzten 2 Stellen, oder erste und letzte Stelle)... Zumindest kann man die erste und letzte Stelle aber variieren und trotzdem in jeder Spalte immer wieder dieselben 5 mittleren Zahlen verwenden, sowas fällt selbst beim Überprüfen nicht auf... Wenn wem was einfällt, darf er's mir sagen.

Übrigens beißt sich auch die sonst sehr zielsichere homepage http://www.urigellertricksentlarvt.de/ daran die Zähne aus. Österreicher sind halt gut. ;)

Daniel und Gabriel (Körperpositionen mental übertragen)
Haha, falsche Seite erwischt. *g*
Haha, falschen Finger erwischt. *gg*
Haha, bösartige Prominente erwischt. *ggg*
Trick: Binäre Datenübertragung der einfachsten Form. Irgendwo am Körper hat der mit der Augenbinde einen Empfänger, der ganz leichte Spannung überträgt, i.e. Kribbeln (JA) oder nicht Kribbeln (NEIN), gesteuert vom anderen zB über einen Sender, der mit der Zunge bedient werden kann. Bei "Welche Hand?" ist zB JA = rechts, NEIN = links. Bei "Welcher Finger?" wird die Hand analog zu oben bestimmt, der Finger dann mit der "sag stopp"-Methode. Und bei "Welche Körperposition?" probiert er ohnehin lang genug herum, bis er's hat. So auf die warm-kalt-Methode beim Versteckenspielen.

Amila:
Das is der klassische Trick mit der Zaubertafel. Die "Schreibunterlage" funktioniert so wie ein normaler Touchscreen, nur ohne Screen. Der Kuli hat eine magnetische Spitze, die Unterlage liest die Zahl brav mit, und überträgt sie wohin auch immer. Zum Beispiel auf eine Anzeige auf der Tafel im Tank. Und war die Stripteaseshow vor dem warmen Bad wirklich notwendig?

Ansonsten muss man Pro7 ein Lob für die Sicherheitsvorkehrungen lassen.

Und so ein Pech aber auch, dass Blondchen sich keine vier Stellen für 10 Sekunden merken kann. Was ist passiert? Der Trick funktioniert doch wesentlich einfacher. Eingeweihte Moderatorin schreibt Zahl noch einmal ab auf ihre Moderationshandzettel und zeigt sie in aller Ruhe der Zauberin. Als sie mit Simon schimpft, ob er die falsche Zahl eingestellt hat, zeigt sie ihm zuerst einen Zettel und fragt ihn, ob das die Zahl war, an die er gedacht hat, er verneint. *DANACH* erst klappt sie den "ans Herz gehaltenen" Zettel auf, wo die Zahl drauf steht, die eingestellt war. Aufgefallen? ;)

Waayatan:
"Dein Schatten gleitet durch Feuer, ohne sich zu verletzen." Da hat wohl wer die Definition von "Schatten" schlecht gelesen. Der ist ja wohl immer dort, wo die Lichtquelle *nicht* ist. ;)

Wie, das war's schon?? Wo bleibt der Trick? (Das Antippen funktioniert, indem er sie zuerst berührt, dann nach hinten geht und theatralisch ihren Schatten berührt, und dann fragt, ob sie was gespürt hat. Er fragt ja nicht, wie lange es her ist, dass sie was gespürt hat. Über den zusammenklappenden Stuhl brauchen wir wohl nicht reden.)

Also, geben wir wieder einmal Punkte ab (zwischen 0 und 10) :
Der schweigende Mentalist: 9 -- solide Bastelarbeit
Der Österreicher: 10 -- und nicht nur aus Patriotismus. (Tricks, die (fast) nicht zu durchschauen sind, bekommen grundsätzlich volle 10 Punkte.)
Daniel und Gabriel: 2 -- billig und schlecht gemacht
Amila: 4 -- billiger Trick, aber halbwegs ordentliche Show
Waayatan: 2 -- irgendwie hat der Trick gefehlt...

Nachträge zur vorigen Woche:
* Jan Becker: Jemand hat brav seine Hausübung gemacht (http://www.urigellertricksentlarvt.de/alle-tricks/jan-becker-folge-1-gedankenlesen-entlarvt/) und nachrecherchiert. Tatsächlich funktioniert der Trick möglicherweise auch mit viel Recherche von Seiten des Zauberers und dafür ohne Absprache. Aber ich bleibe dabei, gute Show ist noch lange kein guter Trick.
* Kris hat es nicht verdient, rauszufliegen. Nicht bei dieser Konkurrenz. Unfähiges Publikum. Ts.

lG Birgit

(Alle Artikel in diesem blog sind persönliche Meinungen und erheben keinen Anspruch auf lückenlose Einhaltung der journalistischen Sorgfaltspflicht. Informationen zu tagesaktuellen und geschichtlichen Themen entsprechen dem, was ich bei manchmal recht unaufmerksamem Zuhören aus Nachrichten und Geschichtsunterricht aufgeschnappt habe und hin und wieder auf Wikipedia nachlese und können mitunter inkorrekt sein. Dieser Beitrag folgt nicht notwendigerweise in allen Punkten dem Pressekodex und kann nicht als zuverlässige Quelle zitiert werden.)

Tuesday, January 13, 2009

The next Uri Geller

Meine Erklärungsversuche für die Tricks, mit etwas Glück alle vor Ende der Sendung:

Kandidat 1 (Gedankenlesen):
1. Teil mit dem Publikum: Informationen über das Publikum (sowas wird zB aus Sicherheitsgründen gern gesammelt) und gutes Gedächtnis.
2. Teil mit den Vorjahresteilnehmern: Absprache. (Gute Schauspieler, muss ich ihnen lassen.) Der erratene Name "Sophie" könnte eine Spezialtafel gewesen sein, aber ich glaub's nicht.

Kandidat 2 (Pokermentalist):
Zauberer: "Poker ist ein Spiel, bei dem man das Glück mit gewissen Fähigkeiten beeinflussen kann. Und je besser diese Fähigkeiten trainiert sind, desto öfter gewinnt man." Hm. Wenn er jetzt mehrstellige Wahrscheinlichkeiten im Kopf berechnet, bin ich beeindruckt. ;)
1. Trick (Karte erraten): Der Tisch, über dem er die Karten mit der Bildseite nach unten hält während sie aussucht, spiegelt. Daher auch die Aufforderung, sie soll den Finger auf die Karte legen. Dadurch kann sie nur eine aussuchen, die nicht zu sehr von den anderen Karten überdeckt wird.
2. Trick (5 Karten erraten): Der Gummiring, den er um die Karten wickelt, enthält kleine Erhebungen oder dergleichen, die dafür sorgen, dass der Stapel sich beim schnellen Abheben nur an drei oder vier verschiedenen Stellen öffnet. Welche das sind, merkt er sich, während er "demonstriert", wie die anderen abheben sollen. Er malt zwar fünf Karten auf die Tafel, in Wirklichkeit haben die fünf Leute aber wahrscheinlich alle dieselbe oder höchstens zwei bis drei verschiedene Karten gesehen. Deshalb fragt er auch nur, ob die eigene Karte auf der Tafel ist.

Kandidat 3 (Brennender Pfeil):
Zauberer: "Ich werde jetzt mein Leben riskieren." Uri: "Okay." Faszinierend nach dem Eklat letztes Jahr.
Zauberer: "Es wird niemand verletzt außer eventuell mir."
Gehilfin: "Jan ist jetzt in einer der vier Boxen eingeschlossen, er kann sich jetzt nicht mehr anders entscheiden. So, Karolin, stell dich jetzt bitte zu einer Nummer, aber nur hinstellen und nichts laut sagen, damit Jan sich nicht daran orientieren kann." -- Dachte, er wäre schon eingeschlossen? ;)
Zum Trick: Massig Zeit zu schauen, wo sie steht und sich in die entsprechende Kiste zu begeben. Auf allen vieren hinter der Verkleidung natürlich. Kein weiterer Kommentar.

Kandidat 4 (Gabel verbiegen):
Kommentator bei der Vorstellung des Zauberers: "Vor 10 Jahren hatte er ein Erlebnis: Er spürte auf einmal eine Person neben sich, die real, aber nicht zu sehen war." Typisches Symptom von Schizophränie, oder? ;)
Das Verbiegen von Besteck kennen wir ohnehin schon von Uri. Off-screen verbiegen und mit viel Show und Fingerspitzengefühl wieder ins Bild bringen. Nichts dahinter. (Uri hat einen definitiven "Egal was du tust, bitte stell dich nicht so ungeschickt an, dass man den Trick durchschaut"-Blick aufgesetzt.)

Kandidat 5 (Engel des Todes):
*grins* Alle auf mystisch machen wollenden Zauberer leiden immer so unter ihren Assistentinnen.
Zum Trick: Präparierte Rückseite, Rest Show. Aber gute Show. Flowchart ohne chart:
Kandidatin wählt 2 (der 5) Karten. Richtige Karte dabei?
JA:
{
Rest weglegen (an den Tischrand).
Kandidatin eine der zwei Karte hergeben lassen. Richtige Karte?
JA:
In der Hand behalten, Kandidatin andere = noch am Tisch liegende Karten aufdecken lassen.
NEIN:
Kandidatin letzte = richtige Karte unter der Hand behalten lassen und Rest selbst aufdecken.
}
NEIN:
{
Kandidatin 2 weitere Karten wählen lassen. Richtige Karte dabei?
JA:
analog zu oben
NEIN:
Die zwei gewählten Karten ebenfalls weglegen, dann liegt nur noch die richtige vor ihr am Tisch.
}

Fazit: Meine Punkte jeweils auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 10 das Maximum ist:
Gedankenlesen (Jan Becker): 1 (Meiner Ansicht nach Absprache ohne spannendes Element.*)
Karten erraten (Kris): 6 (Standard-Kartentricks)
Brennender Pfeil (Jan Rouven): 3 (viel Show und Effekt, wenig echte Kreativität)
Gabel verbiegen (Danny Ocean): 4 (altbekannter Trick, mit viel Fingerfertigkeit vorgeführt)
Engel des Todes (Ully Loup): 5 (unspektakulärer Trick, aber gute Show bei der Auflösung)

* Ein großer Teil der Tricks beruht auf Absprachen. Das Spannende besteht dann darin, dass der Zuschauer nicht sofort weiß, wie die Absprache funktioniert. Gutes Beispiel: Assistent würfelt und "übermittelt" dem Zauberer die gewürfelte Zahl. Schlechtes Beispiel: Assistent denkt sich eine Zahl aus und übermittelt dem Zauberer die gewählte Zahl. Ersteres erfordert Intelligenz beim Aushecken des Tricks, letzteres nicht.

Als Kontrastprogramm lief auf SuperRTL übrigens "Die Tricks der größten Zauberer", das statt der Vorführung die Auflösung von Tricks zum Inhalt hatte.

lG Birgit